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Lactoseintoleranz

Laktose oder auch Milchzucker kommt in Milch und Milchprodukten vor. Heutzutage wird Milchzucker immer öfter in der Ernährungsindustrie verarbeitet und ist daher in vielen Fertigprodukten enthalten.

Was passiert im Körper? Milchzucker besteht aus zwei Molekülen: Glukose und Galaktose. Und in die muss unser Körper - den Milchzucker aufspalten, um ihn zu verdauen. Dafür ist das Enzym Laktose im Dünndarm notwendig. Menschen, die zu wenig oder gar keine Enzyme produzieren, vertragen auch keine bzw. fast keine Laktose. In Deutschland sind etwa 14% der Bevölkerung betroffen.

Typische Symptome? Gelangen die Moleküle unverdaut in den Dickdarm bilden sich Gase (Wasserstoff, Kohlenstoffdioxid, Methan) und kurzkettige Fettsäuren. Es kommt es zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Die Beschwerden treten meist 30 bis 180 Minuten nach dem Genuss von laktosehaltigen Produkten auf.

Was tun? Zunächst sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bestätigt dieser, dass eine  Laktoseintoleranz vorliegt, wird empfohlen möglichst laktosehaltige Produkte zu meiden. Sobald die Einnahme von laktosehaltigen Produkten reduziert wird, lindern sich die Beschwerden. Hierbei gilt es die individuelle Grenze abzuschätzen, da ja evtl. teilweise etwas Laktose vom Körper abgebaut werden kann. So vertragen betroffene Personen z.B. oft 10 g Laktose, welche in ca. 1 Glas Milch enthalten sind.

Die wichtigsten Fakten:

  • "Laktosehaltige Lebensmittel vermeiden" hört sich eigentlich einfach an, jedoch ist Laktose häufig "versteckt" in vielen Lebensmitteln enthalten, v.a. in Backwaren, Fertiglebensmitteln, Getränken und Medikamenten. Ein Blick auf die Zutatenliste der Verpackung ist beim Einkaufen daher notwendig. Folgende Angaben weisen u.a. auf Laktose in einem Lebensmittel hin: Butter, Buttermilch, Kasein, Kondensmilch, Käse, Sahne, Quark, Trockenmilch, Eiweißpulver, Molke, Milchzucker, Laktose.
  • Oft müssen nicht alle Milchprodukte gemieden werden. So verbessert sich die Verträglichkeit von Milch und Milchprodukten, wenn sie mit anderen Produkten wie z.B. Müsli kombiniert werden. Außerdem verbessert sich die Verträglichkeit, wenn kleine Mengen über den Tag  verteilt gegessen werden, als eine große Menge von Milchprodukten auf einmal. Joghurt wird häufig gut vertragen, da einige enthaltene Bakterien teilweise Laktase produzieren können. Daher können verschiedene Joghurtsorten ausprobiert werden. Gut verträglich ist außerdem lang gereifter Käse, da durch den Reifeprozess die Laktose im Käse umgewandelt wird. Mehrere Monate lang gereifter Hartkäse enthält nahezu keine Laktose mehr. Weichkäse, der wenige Wochen gereift ist, kann noch etwas Laktose enthalten. Welche Milchprodukte wie viel Laktose enthalten findest du hier.
  • Mittlerweile finden sich auf viele Produkte die Kennzeichnung "laktosearm" oder "laktosefrei", welche dir das Zurechtfinden erleichtern können. Auch enthalten Kokosnuss- oder Reismilch von Natur aus keine Laktose.
  • Mittlerweile gibt es das fehlende Enzym Laktase auch zum Einnehmen als Tablette oder Flüssigprodukt. Diese werden direkt vor dem Essen eingenommen und ermöglicht es ohne Bedenken zu Essen. Dies macht das Essen und Trinken auswärts oft einfacher, z.B. bei Einladungen, beim Essen im Restaurant oder in der Mensa. Jedoch sind die genaue Dosierung und der optimale Zeitpunkt der Einnahme eher schwer abzuschätzen. Daher wird von Experten in den meisten Fällen dennoch geraten vor allem laktosehaltige Produkte zu umgehen.

Quellen und weitere Infos:

aid (2014): Lactose-Intoleranz. Online unter: http://www.was-wir-essen.de/infosfuer/laktoseintoleranz.php

Lämmel, S. (2014): ...frei von Laktose. Kompaktinfo. 2. Auflage. Bonn: aid. Online erhältlich für 2,50 € im aid Medienshop unter http://shop.aid.de/0385/.-.-.-frei-von-Laktose-10er-Pack